Overload. Zur Zeit wird echt soviel verbockt, daß man gar nicht weiß, wo man sich zuerst ärgern soll in dieser Republik von alten Säcken die sicherheitshalber mal alles verbieten in der Hoffnung, die Zeit anzuhalten, so lange sie noch ein bißchen relevant sind — und am Leben. Das da oben ist eine unvollständige Liste der Themen, über die ich mich noch öffentlich ärgern wollte. Leider reicht es gerade zeitlich zu nicht mehr als tumber Verschlagwortung — daher auch die optische Aufbereitung als Unterprimanerflugblatt — verzweifelte Selbstironie gewissermaßen. Nur, zum Lachen ist mir eigentlich nicht mehr zu Mute, gerade nach dem die letzte Wahl so richtig schön gar nichts hergegeben hat als das Gefühl, daß es ja komplett egal war, wen man denn nun gewählt hat. Nie war der Popper so aktuell wie heute — wichtig ist nicht wer regiert, sondern daß man diese Leute bei Nichtgefallen wieder loswerden kann. Aber vermutlich ist schon der Gedanke an Abwahl Terrorismus. Oder Kinderporno. Oder sonst irgendein Schreckgespenst. Aber nachdem wir jetzt ohnehin alle im Zweifelsfalle schuldig und im Fadenkreuz unser aller großer Brüder und Wohltäter sind, ist es vermutlich auch egal. Soweit ist es schon gekommen: Bedroht fühle ich mich inzwischen primär vom Staat. Hurra, Deutschland.
Ich kenn' ein Land, wo alte Männer regier'n. Da kann man nicht bleiben, weil, da darf nichts passier'n.